
Die Anfänge des Obstbaus in Baden-Württemberg gehen bis ins 8. Jahrhundert zurück. Die auch noch heute teilweise erhaltenen Streuobstwiesen entstanden Mitte des 18. Jahrhunderts. Ihr Anblick ist so beliebt, dass blühende Streuobstwiesen unzählige Heimatkalender und Bildbände zieren. In den vergangenen 30 Jahren wurden jedoch bis zu 80% der Streuobstbäume gerodet. Stattdessen wachsen die knackigen Bodensee-Äpfel und –Birnen heute überwiegend in wirtschaftlich zu bearbeitbaren Obstanlagen.
Neben dem Obst ist die Bodenseeregion unter anderem für ihren Wein bekannt, der in dem milden Klima ideale Voraussetzungen zum Reifen findet. Auch der intensive Gemüseanbau am Bodensee, der vor allem auf der Insel Reichenau betrieben wird, ist dem Klima zu verdanken. Kommt zudem noch ein sandiger Boden wie im Schussental bei Tettnang dazu, sind die Voraussetzungen perfekt für den delikaten Bodenseespargel und den bekannten Tettnanger Hopfen. Nicht zu vergessen der köstliche Bodensee-Fisch, der im sauberen Wasser des Bodensees gut gedeiht und fangfrisch in den Restaurants am See serviert wird.
Auf ca. 7.000 ha Anbaufläche werden am Bodensee Äpfel angebaut. Jährlich werden 220.000 Tonnen geerntet und europaweit vermarktet. Der Apfel ist somit die am häufigsten vorkommende Frucht am Bodensee. Angebaut werden vor allem Jonagold, Elstar, Golden Delicious, Gala, Cox Orange, Boskoop und Braeburn. Äpfel werden als Tafeläpfel vermarktet und zu Säften, Most und Schnaps verarbeitet.
Äpfel sind sehr gesund, denn sie sind kalorienarm und enthalten viele Vitamine, Mineralstoffe, Kohlenhydrate und Ballaststoffe. Darüber hinaus enthalten Äpfel sekundäre Pflanzenstoffe wie Flavonoide und Polyphenole, denen eine präventive Wirkung gegen Krebs zugeschrieben wird. Stehen wir also am Anfang einer Neubestimmung des Apfels als wertvolles Nahrungsmittel?
Eine eher untergeordnete Rolle im Obstanbau am Bodensee spielen die Birnen, da sie jedoch sehr schmackhafte Früchte sind, sollten sie nicht vergessen werden. Auch sind einige Birnensorten besonders wichtig für die Mostkelterei und dem Schnapsbrennen, man denke nur andie berühmte Williams-Christ-Birne. Aussehen, Geschmack, Aroma und Saftigkeit der Birnen ist sehr stark sortenabhängig. Es gibt kleine- und großfrüchtige, schmelzend, aromatisch süße und feste, leicht säuerliche Sorten. Die Bodenseeansprüche der Birne ähneln denen des Apfels. Schwere, undurchlässige und kalkreiche Böden eignen sich nicht. Am besten gedeihen Birnen unter Weinbauklimaten. Sind diese Voraussetzungen nicht gegeben, haben die Früchte oft wenig Aroma und ihr Fruchtfleisch
ist nicht „schmelzend“. Die Spätfrostgefahr ist durch die circa 10 Tage frühere Blüte größer als beim Apfel. Birnen sind wie Äpfel sehr gesund, sie fördern die Verdauung, enthalten Jod und unterstützen somit die Tätigkeit der Schilddrüse.
Kirschen:
Kirschen werden als Tafelkirschen (Süßkirschen) vermarktet und zur Herstellung von Kuchen, Konserven und zum Einmachen (Sauerkirschen) verwendet. Sie sind reich an den Vitaminen C, A und verschiedenen B-Vitaminen sowie den Mineralien Kalium, Calcium, Phosphor, Eisen und Fluor.
Zwetschgen:
Zwetschgen sind aufgrund ihres süßen, saftigen Geschmacks zum frischen Verzehr, aber auch zum Kuchen backen und Konservieren geeignet. Sie sind reich an Provitamin A und haben eine verdauungsfördernde Wirkung.
Erdbeeren:
Erdbeeren sind vor allem für den frischen Verzehr geeignet und werden als Kuchenbelag, für Bowle oder Marmelade verwendet. Sie haben einen hohen Gehalt an den Mineralstoffen Natrium, Kalium, Calcium, Phosphor und Eisen, an Folsäure und Vitaminen.
Himbeeren:
Himbeeren eignen sich für den frischen Verzehr sowie zur Herstellung von Marmelade, Gelee, Kompott und Saft. Sie sind reich an Vitamin C, A, sowie an den Mineralstoffen Magnesium und Eisen.
Brombeeren:
Brombeeren eignen sich für den frischen Verzehr sowie zur Herstellung von Marmelade, Gelee, Kompott und Saft, aus dem Saft der Beeren lässt sich auch Schnaps brennen. Sie sind reich an Vitamin A,C und enthalten Kalium, Magnesium und Kupfer.
Johannisbeeren:
Johannisbeeren werden zu Gelee und Marmelade verarbeitet, die Johannisbeere ist Hauptzutat der Roten Grütze. Sie sind reich an Vitamin C, Kalium, Calcium, Eisen, Phosphor und Pektin.
Der Hopfen ist eine Kletterpflanze aus der botanischen Familie der Hanfgewächse und kann bis zu 50 und mehr Jahre im gleichen Hopfengarten stehen. Hopfen ist eine zweihäusige Pflanze, das heißt an einer Rebe befinden sich entweder nur männliche oder nur weibliche Blüten. Nur die weibliche Pflanzen bilden die Dolden, die die Träger der brauwertvollen Inhaltsstoffe des Hopfens sind. Sie enthalten das Lupulin, ein feines, gelbliches Pulver, mit den für die Bierherstellung wichtigsten Bestandteilen wie Alphasäuren (Bitterstoffe) und ätherische Öle. Doch der Hopfen verleiht dem Bier nicht nur die angenehme Bittere sondern trägt auch zur Haltbarkeit und Schaumstabilität bei.
In der Haupt-Wachstumsphase im Frühsommer kann der „Kletterweltmeister“ Hopfen pro Tag bis zu 30 cm wachsen und in 2 Monaten bis zu 8 m. Anfang Juli ist die notwendige Gerüsthöhe erreicht und die Blüte kann beginnen. Der Höhepunkt im Hopfenjahr ist Ende August: die Hopfenernte!! Seit Anfang der Sechziger Jahre wird der Hopfen mit Traktor und Wagenvom Feld geholt und die Dolden mit Hilfe einer riesigen Maschine von der Rebe gepflückt. Wenn Sie zwischen Ende August und Mitte September in unserer Gegend Urlaub machen, sollten Sie sich die Besichtigung der Hopfenernte nicht entgehen lassen. Der Tettnanger Aromahopfen gilt als einer der Besten und ungefähr 2/3 einer Ernte wird exportiert. Obwohl die USA nach Deutschland der zweitgrößte Hopfenproduzent ist, geht der größte Anteil des Tettnanger Hopfens in die amerikanische Brauereien. Tettnang zählt somit zu den führenden Anbietern von hochfeinem Aromahopfen.
Auf ca. 600 ha Fläche wird Bodenseewein angebaut. Der Ertrag beläuft sich auf ca. 10.000 Liter / ha. Die häufigsten Sorten sind Müller-Thurgau, Kerner, Weißburgunder, Grauburgunder, Riesling, Spätburgunder, Merlot und Cabernet Dorio.
Der Weinanbau hat eine lange Tradition am Bodensee. Bereits die Römer kultivierten hier Weinstöcke. Die bekannte Rebsorte Müller-Thurgau hat ihren Ursprung ebenfalls am Bodensee, denn Hermann Müller pflanzte 1892 in Tägerwilen im Schweizer Kanton Thurgau erstmals eine neue Rebsorte, der er seinen Namen gab, und die nirgendwo sonst zartere und feinfruchtigere Weine bringt als am Bodensee. Das mediterrane Klima des Bodensees und die eiszeitlichen Verwitterungsböden der Moräneschotter verleihen den Weinen eine filigrane Eleganz und Fruchtigkeit. Der Bodensee wirkt hierbei wie ein Wärmespeicher, der die Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht, aber auch zwischen Sommer und Winter ausgleicht und für ein gemäßigtes, fast schon mediterranes Klima sorgt. Hinzu kommt noch, das die Wasserfläche des Sees einen Teil der Sonnenstrahlen in die nahen Rebhänge spiegelt und so den Boden zusätzlich aufheizt, was die wärmeliebenden Rebsorten besonders verwöhnt.

Der Felchen ist der bekannteste und beliebteste Speisefisch am Bodensee. Verzehrt wird er als ganzer Fisch, meistens aber als Filet. Geräuchert schmeckt er besonders gut.
Die meisten Felchen werden in Brutanstalten ausgebrütet und im See eingesetzt. Von 125 eingebrachten Fischen fangen die Fischer einen einzigen. Die restlichen verbleiben im natürlichen Kreislauf der Natur.
Die Merkmale des Felchens sind ein lang gestreckter Körper mit Fettflosse, oliv- bis blaugrünem Rücken und weißlich-silbernen Seiten mit bläulichem Schimmer. Die ideale Fanggröße liegt zwischen 280 und 350 Gramm. Felchen laichen in der Zeit von November bis Dezember im freien Wasser über großen Tiefen.
Auch heute leben noch rund 170 Fischer am Bodensee vom Fischfang. In der Hauptfangzeit zwischen Januar und Oktober gehen die Edelfische ins Netz, die daraufhin in den Restaurants am Bodensee blau, geräuchert, gegrillt oder gebraten angeboten werden. Neben dem Felchen findet sich auf vielen Speisekarten auch der Kretzer - in der Schweiz Egli genannt. Genau genommen handelt es sich dabei aber um das „Kretzerfilet“. Er hat einen sehr intensiven Geschmack und schmeckt am besten gedämpft oder zart angebraten. Andernorts nennt man den Kretzer auch Flussbarsch.